Elisabeth-Krankenhaus Essen
Kompetenznetz Vorhofflimmern Ruhr
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Kompetenznetz Vorhofflimmern Ruhr
Innerhalb der Kardiologie setzt man heute zunehmend auf die Bündelung
von Know-how in speziellen Kompetenzzentren, die sich gezielt einem
Behandlungskomplex widmen. So auch im Contilia Herz- und Gefäßzentrum, wo unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Heinrich Wieneke
und in Kooperation mit dem St. Marien-Hospital Mülheim und dem St.
Josef-Krankenhaus Essen-Kupferdreh im März 2010 das Kompetenznetz
Vorhofflimmern Ruhr als Teil der Elektrophysiologie ins Leben gerufen
wurde. Gemeinsam mit Dr. Bülent Köktürk bietet das Team seither eine
Versorgung auf höchstem Niveau für Patienten mit dieser häufigen Form
der Herzrhythmusstörung.
Etwa fünf Prozent der Menschen über 70
Jahre leiden unter Vorhofflimmern – die Erkrankung ist einer der
häufigsten Gründe für Arztbesuche und ambulante Krankenhausaufenthalte.
„In einer immer älter werdenden Gesellschaft wird die Zahl der
Betroffenen weiter steigen. Um der Versorgung dieser wachsenden
Patientengruppe gerecht zu werden, wurden in den letzten Jahren neue
Therapieoptionen und Behandlungsrichtlinien entwickelt, die nun Einzug
in die Praxis halten. Im Vordergrund steht dabei die sogenannte
Pulmonalvenenisolation, ein technisch nicht ganz einfacher Eingriff, der
ein besonderes Maß an Erfahrung erfordert und sicherlich nicht zum
Standardrepertoire gehört“, erklärt Wieneke die Notwendigkeit der
Kompetenzbündelung. Und Köktürk ergänzt: „Anspruchsvolle
Interventionen wie diese erfordern eine gewisse Anzahl von Eingriffen,
die regelmäßig durchgeführt werden, um die Qualität der Behandlung zu
garantieren und zu steigern.“
Bei der Pulmonalvenenisolation
werden elektrische Impulse aus den Lungenvenen, die für das
Vorhofflimmern verantwortlich sind, isoliert, um so ein weiteres
Ausbreiten der Impulse zu verhindern. Hierzu muss der Katheter mit
sicherer Hand zum Übergang zwischen linkem Vorhof und Lungenvene geführt
werden, um diese dann zu abladieren, also zu veröden. Damit der
Kardiologe sein Ziel exakt erfasst, wird mithilfe des sogenannten
3-D-Mapping-Verfahrens eine virtuelle Landkarte des Vorhofs erstellt,
die während des Eingriffs auf den Monitoren im Elektrophysiologielabor
sichtbar ist. „Bei dem 3-D-Mapping-Verfahren handelt es sich um eine
Rekonstruktion des Herzens, die am Computer errechnet wird und die uns
eine räumliche Ansicht aus jeder erdenklichen Perspektive ermöglicht“,
beschreibt Heinrich Wieneke die innovative Technik.
Seit August
2010 wurden innerhalb von etwa einem halben Jahr auf diese Art und Weise
bereits über 50 Patienten erfolgreich im Contilia Herz- und Gefäßzentrum
therapiert, im Folgejahr rechnen die Kardiologen mit etwa 150
Eingriffen. „Im Gegensatz zur medikamentösen Therapie, die das
Krankheitsbild nicht beheben, sondern lediglich kontrollieren kann,
erzielt die Pulmonalvenenisolation in 70 Prozent der Fälle eine
dauerhafte Heilung“, erläutert Köktürk. Allerdings eignet sich das
Verfahren nur für Menschen, die erst seit Kurzem und nur phasenweise
unter Vorhofflimmern leiden. Besteht die Erkrankung schon lange und
permanent, sind Medikamente zur Blutverdünnung derzeit die einzige
Therapieoption.
„Auch wenn die Erkrankung selbst nicht
lebensbedrohlich ist, ist eine Therapie in jedem Fall notwendig, da die
Folgeschäden – allen voran der Schlaganfall – gravierend sind. Welche
Vorgehensweise für welchen Patienten die richtige ist, wird individuell
entschieden. Empfehlungen hierzu liefern die entsprechenden Leitlinien,
die den aktuellen Stand der Wissenschaft widerspiegeln. Auch hier ist
das Kompetenzzentrum von Vorteil, weil es uns die Möglichkeit bietet,
konsequent auf dem neuesten Stand zu sein und den Patienten so stets
eine leitlinienkonforme State-of-the-art-Therapie zu ermöglichen“,
schließt Dr. Wieneke.
Den Flyer "Sprechstunde Vorhofflimmern" mit weiteren
wissenswerten Informationen für Patienten können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.
