Leistungsspektrum Neonatologie
Ein herausragender Schwerpunkt der Klinik für Neonatologie, Kinder- und Jugendmedizin ist die Versorgung von Früh- und Neugeborenen. Neonatologie ist das Teilgebiet der Kinderheilkunde, das sich mit allen Problemen des Neugeborenen beschäftigt. Es umfasst die ersten 28 Lebenstage, die eine ganz besondere Phase des Lebens darstellen. Das notwendige Wissen um diese Besonderheiten, besonders im Falle von Krankheit oder auch nach einer viel zu frühen Geburt ist so umfassend, dass es einer speziellen Weiterbildung für Kinderärzte/-innen sowie Kinderkrankenschwestern und –pfleger bedarf. Zur Gewährleistung der besten Versorgung unserer früh- und reifgeborenen Kinder bedarf es eines weitreichenden Erfahrungshintergrundes, qualifizierter Pflege nach besonderen Standards und modernsten intensivmedizinischen Möglichkeiten. Die neonatologische Intensivstation wird vom Leitenden Arzt Dariusz Michna geleitet.
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"Untersuchung eines Frühgeborenen" |
Die Station ist in unmittelbarer Nähe zum Kreißsaal bzw. dem geburtshilflichen Operationssaal auf derselben Etage angeordnet. Die 24-stündige Anwesenheit eines neonatologisch ausgebildeten Arztes und der neonatologischen Intensivschwestern gewährleisten eine optimale Versorgung der Früh- und Neugeborenen zu jeder Zeit. Ein belastender und nicht ganz risikofreier Transport gleich nach der Geburt kann so dem Neugeborenen erspart werden, ebenso ist eine frühzeitige Einbindung von Müttern nach operativen Entbindungen durch die enge Nachbarschaft von Intensivstation und integrativer Wochenbettpflege möglich. Bei Risikoentbindungen (z.B. Kaiserschnitt, Zangen- oder Saugglockenentbindung, Entbindung aus Beckenendlage oder kindlichen Risiken, z.B. Frühgeburt, Diabetes der Mutter) ist ein neonatologisches Team anwesend. Kranke Neugeborene aus geburtshilflichen Abteilungen anderer Krankenhäuser werden mit dem Baby-Notarztwagen, der über spezielle Transportinkubatoren verfügt, ins Elisabeth-Krankenhaus verlegt.
Gemeinsam mit der Frauenklinik ist die Klinik seit 1989 als
geburtshilflich-neonatologischer Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen und
seit 2006 als "Perinatalzentrum Level 1"
anerkannt. Dies entspricht der höchsten Versorgungsstufe für Früh- und
Neugeborene, die der Gesetzgeber vorsieht. Behandelt wird das gesamte
Spektrum der Erkrankungen und Fehlbildungen des Früh- und Neugeborenen.
Unsere neonatologische Intensivstation umfasst 21 Überwachungsplätze,
davon 10 Intensivpflegeplätze. Die Station verfügt über eine personelle
und apparative Ausstattung, die den Einsatz aller Therapieverfahren der
modernen Neugeborenenintensivmedizin ermöglicht. Die Hauptprobleme der
sehr kleinen Frühgeborenen resultieren aus der Unreife von Gehirn, Lunge
und Magen-Darm-Trakt. Um den fehlenden Schutz und die Versorgung durch
den Mutterleib zu „ersetzen“, sind zahlreiche medizinische Maßnahmen je
nach individuellen Problemen erforderlich: Inkubatorpflege, künstliche
Beatmung, künstliche und Muttermilch-Ernährung, medikamentöse Behandlung
und intensive Überwachung durch Kinderkrankenschwestern, Ärzte und
technische Geräte. Bei frühgeborenen Kindern ist ein zurückhaltender und
schonender Einsatz von Beatmungstechniken besonders wichtig. Zur
Schonung der Lungen wenden wir bevorzugt nicht-invasive Beatmungsformen
[Rachen-CPAP (CPAP ═ kontinuierlicher Atemwegsdruck) und binasaler CPAP]
und Surfactantgaben ohne Intubation an. Für schwerkranke Früh- und
Neugeborene werden differenzierte Beatmungstechniken eingesetzt, neben
der konventionellen Beatmung bestehen die Möglichkeiten zur
Hochfrequenzoszillationsbeatmung (HFOV) und zur Beatmung mit inhalativem
Stickstoffmonoxid (iNO-Beatmung).
Zusammen mit der Klinik für Kinderchirurgie arbeiten Geburtshilfe, Elternschule und Neonatologie im Zentrum für Mutter und Kind zusammen.
Gemeinsame
Visiten mit den Geburtshelfern optimieren das vorgeburtliche Management
bei Risikoschwangeren, z.B. bei Frühgeburt, Mehrlingen,
Wachstumsretardierung, vorzeitigem Blasensprung oder mütterlichen
Erkrankungen wie Diabetes. Bei drohender Frühgeburt und anderen
Risikogeburten beraten wir die Eltern auch vor der Geburt.
Bei
vorgeburtlich bekannten Fehlbildungen kann eine gemeinsame Beratung der
Eltern durch den Geburtshelfer, den Neonatologen und den Kinderchirurgen
vereinbart werden.
Moderne Ultraschallgeräte erlauben
weitreichende bildgebende Diagnostik direkt im Brutkasten oder am Bett,
ohne dass der kleine Patient einem belastenden Transport ausgesetzt
werden muss. Zudem können die Kinderchirurgen des
Elisabeth-Krankenhauses alle chirurgischen Eingriffe bei Früh- und
Neugeborenen zum Teil direkt auf der neonatologischen Intensivstation
vornehmen.
Kooperationen bestehen auch mit Abteilungen außerhalb
unserer Klinik, so z.B. mit der Augenheilkunde, Humangenetik,
Kinderkardiologie, Kinderherzchirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
und Orthopädie.
Neben der optimalen medizinischen Versorgung wird
durch eine ganzheitliche und individuelle Betreuung der Früh- und
Neugeborenen unter enger Einbeziehung der Eltern die frühe Bindung
gefördert. Hierzu gehören die Kängurupflege (s.u.), die
entwicklungsfördernden Konzepte der Frühgeborenenpflege, intensive
Betreuung und Unterstützung durch ausgebildete Stillberaterinnen und
krankengymnastische Behandlung von Frühgeborenen inklusive Anleitung der
Eltern.
Die häufige Anwesenheit der Eltern auf der neonatologischen
Intensivstation wird begrüßt und gewünscht. Gerade in die Pflege der
Früh- und Neugeborenen werden Väter und Mütter im Elisabeth-Krankenhaus
miteinbezogen. Vorsorge- und andere Untersuchungen finden in ihrem
Beisein statt. Ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist auch das
sogenannte „Känguruhen“, bei dem der Körperkontakt
zwischen Kind und Mutter oder Vater im Vordergrund steht. Dabei liegt
das Kind Haut an Haut auf der Brust der Eltern, nimmt deren Herzschlag,
Atmung, Geruch wahr : Diese körperliche Nähe wirkt sich positiv aus :
Die Atmung des Frühgeborenen verbessert sich, es nimmt an Gewicht zu,
Eltern und Kind sind zufriedener.
Entlassung
Die Entlassung aus der stationären Betreuung bedeutet häufig den „Sprung ins kalte Wasser“. Bei extremen Frühgeborenen oder bei Neugeborenen mit bestimmten Risiken können Sie durch eine häusliche Kinderkrankenpflege unterstützt werden. Der Erstkontakt erfolgt schon in der Klinik.
Nachsorge
Wir bieten eine spezielle Risikosprechstunde für kleine und unreife frühgeborene Kinder an, in der die Kinder ambulant nachuntersucht werden.
Gesunde Neugeborene
Wir übernehmen auch die kinderärztliche Betreuung der gesunden Neugeborenen in unserem Neugeborenenzimmer inklusive notwendiger Ultraschalluntersuchungen (s.u.) und der Vorsorgeuntersuchungen U1 und U2. Aufgrund der räumlichen Nähe können häufig Kinder mit leichten Anpassungsproblemen, einer Neugeborenengelbsucht oder Frühgeborene ab 36 kompletten Schwangerschaftswochen im Neugeborenenzimmer verbleiben.
Alle Informationen über das Leistungsspektrum der Klinik entnehmen Sie der Broschüre für Neu- und Frühgeborene, die Sie hier als PDF herunterladen können.
Alle wichtigen Informationen können Sie auch im Faltblatt nachlesen, das Sie hier als PDF-Datei finden.

