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Interdisziplinäre Behandlung des diabetischen Fußes

Beim diabetischen Fußsyndrom handelt es sich um eine komplexe Störung infolge des Diabetes mellitus, bei der es zu chronischen Wunden an den Füßen kommen kann. Auch wenn komplizierte Wunden zunächst stationär behandelt werden müssen, ist die ambulante Therapie im Verlauf oft ausreichend. Aus diesem Grund bietet das Elisabeth-Krankenhaus eine regelmäßige Sprechstunde in der Fußambulanz an. In dieser behandelt ein interdisziplinäres Team unter der Leitung eines Diabetologen das diabetische Fußsyndrom. Bei Bedarf werden der Angiologe, Gefäßchirurg, Diabetesberater, Podologe und orthopädische Schumacher hinzugezogen. Auch niedergelassene Ärzte können sich an der Betreuung ihrer Patienten durch eine gemeinsame Fußvisite beteiligen.

Fußnetz Essen - Integrierte Versorgung "Diabetischer Fuß"

Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland sind Diabetiker und rund drei Millionen Menschen gelten als Risikopatienten für das so genannte Diabetische Fußsyndrom. Als direkte Folge der Zuckererkrankung verursacht diese komplexe Störung Durchblutungsstörungen und Nervenschädigungen an den Füßen der Betroffenen. Liegt eine Nervenschädigung vor, so sind selbst großflächige Wunden nicht schmerzhaft und werden häufig von Betroffenen verharmlost. Ohne eine sorgfältige Vorbeugung entwickeln sich schlecht heilende Wunden, die im Extremfall sogar zum Verlust von Gliedmaßen führen können. Diabetiker sind 40 Mal häufiger von Fußamputationen betroffen als Nicht-Diabetiker. Ohne den Schmerz empfinden viele Betroffenen nicht den vielleicht notwendigen Leidensdruck, um sich in professionelle Hände zu begeben.

Experten verfolgen durch frühzeitige Intervention ehrgeiziges Ziel

Neben der benötigten Fachkompetenz ist der Faktor Zeit bei der Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms die wahrscheinlich entscheidende Komponente. Im Wissen um die Notwendigkeit von übergreifenden Kooperationen bei der Diagnose und Behandlung von Diabetes-Erkrankungen haben sich 2005 ausgesuchte Experten in der Diagnose und Therapie des Diabetischen Fußsyndroms zum Fußnetz Essen zusammengeschlossen. Kommunikation ist das Schlüsselwort, Kooperation und Dokumentation sind die Mittel der Wahl, um in diesem Verbund aller Behandelnden – vom Hausarzt über Diabetologen, Chirurgen, Podologen und Gefäßchirurgen bis hin zum orthopädischen Schuhmacher – die bestmögliche medizinische Versorgung zu garantieren, Schäden zu vermeiden und die Zahl der manchmal leider immer noch notwendigen operativen Eingriffe auf das geringst mögliche Maß zu reduzieren.

In Zusammenarbeit mit den rund 120 DMP-Hausärzten und den stationären Schwerpunkteinrichtungen am Elisabeth-Krankenhaus und dem Krupp-Krankenhaus Steele wurde eine Infrastruktur für Essen und Umgebung geschaffen, die zukünftig möglichst viele Patienten im Ruhrgebiet erreichen und mindestens 40 Prozent der Schwerkranken der Region auch behandeln kann. Ein entsprechender Vertrag zur „Integrierten Versorgung Diabetischer Fuß“ wurde im Mai 2009 mit den großen Krankenkassen im Rheinland unterzeichnet.

Kommunikation, Kooperation und umfassende Dokumentation

Die Hausärzte spielen bei der Versorgung von Menschen mit DFS eine herausragende Rolle. Als Primärärzte identifizieren sie „gefährdete Patienten“ und entscheiden, ob diese in eine der beteiligten Schwerpunktpraxen überwiesen werden müssen. Da das Netzwerk eng verzahnt ist und über gute Kommunikationsstrukturen verfügt, wird die Krankengeschichte jedes Patienten einmal erfasst und während der Behandlung im Netzwerk über eine Patientenmappe allen Akteuren zur Verfügung gestellt. Die Betreuung umfasst überdies die für den Patienten notwendige Versorgung mit Arznei- und Verbandsmittel, Wundpflege sowie die Verordnung von Hilfsmitteln und podologischen Komplexbehandlungen. Um die Behandlungsqualität ständig überprüfen zu können, wurden spezielle Indikatoren entwickelt, die in jeder beteiligten Praxis oder Fußambulanz per EDV erfasst, statistisch ausgewertet, den Kollegen nach dem Benchmark-Prinzip zurückgespiegelt und in einem eigenen Qualitätszirkel diskutiert werden. Für den gesamten Behandlungszeitraum bleibt der Arzt als Ansprechpartner erhalten, dem als ambulanter Hauptbehandler die Koordination und die Dokumentation der Behandlung obliegt.

Qualitätsmerkmale der integrierten Versorgung im Fußnetz Essen

Die Zusammenarbeit der Experten im Fußnetz Essen zeichnet sich durch folgende Aspekte aus.

  • Früherkennung des Diabetischen Fußsyndroms
  • Reduktion der Amputationsrate
  • Erhaltung der Mobilität und Selbstständigkeit der Betroffenen
  • Reduzierung der Wundbehandlungszeit
  • Reduktion stationärer Behandlungstage
  • Ökonomischer Ressourcen- und Mitteleinsatz
  • Enge Verzahnung und offenes Benchmark
  • Überregionale Qualitätskontrolle

Mitglieder im Fußnetz Essen

Diabetes-Schwerpunktpraxen
Dr. med. Peter Berndt 
Huestraße 111 
45309 Essen-Schonnebeck 
Tel. (0201) 210031

Dr. med. Ralph A. Bierwirth 
Ambulantes Diabeteszentrum 
Herwarthstraße 102 
45138 Essen-Huttrop 
Tel. (0201) 4364570

Dr. med. Hans-Jörg Drewes 
Altenessener Str. 525 
45329 Essen – Altenessen-Nord 
Tel. (0201) 351415

Dr. med. Michael Esser 
Wilhelmstraße 14 
45219 Essen-Kettwig 
Tel. (02054) 955600

Dr. med. Michael Huptas 
Krayer Straße 238
45307 Essen-Steele
Tel. (0201) 555003

Dr. med. Carsten Klugewitz 
Dr. med. Adalbert Röcken 
Lehmanns Brink 5 
45277 Essen-Überruhr
Tel. (0201) 585555

Dr. med. Thorsten Rau 
Kaiser-Otto-Platz 9 
45276 Essen 
Tel. (0201) 847160

Dr. med. Benno Schulze-Schleppinghoff 
Dr. med. Helga Zeller 
Camillo-Sitte-Platz 1 
45138 Essen 
Tel. (0201) 1788892

Kliniken 
Elisabeth-Krankenhaus Essen
Dr. med. Anna-Katharina Trocha 
Klara-Kopp-Weg 1
45138 Essen 
Tel. (0201) 897-4591

Alfried Krupp-Krankenhaus Steele 
Prof. Dr. med. Johannes Pfeilschifter
Dr. Jochen Schumacher 
Hellweg 100 
45276 Essen
Tel. (0201) 805-1847

Kooperierende Chirurgen 
Dr. med. Christian Tegeler 
Chirurgische Gemeinschaftspraxis und Ambulantes OP-Zentrum
Bocholder Straße 183
45355 Essen 
Tel. (0201) 672088

Weitere Kooperationspartner
Alle rund zwei Dutzend in Essen ansässigen podologischen Praxen sind fester Bestandteil des Fußnetzes. Die genauen Anschriften und ein jeweiliger Ansprechpartner sind über das Fußnetz Essen erhältlich. Hier erhalten Sie auch die Kontaktdaten aller anderen Kooperationpartner.

Programm Rheinland

Sofern Sie bei folgenden Krankenkassen versichert sind besteht die Möglichkeit, an der hochspezialisierten Versorgungsstruktur im Rahmen der "Intergrierten Versorgung des Diabetischen Fußes im Rheinland" teilzunehmen. Bei schwerwiegenden Wunden oder Durchblutungsstörungen kann eine Vorstellung in einer der beiden am Fußnetz Essen beteiligten Klinik-Ambulanzen im Elisabeth-Krankenhaus oder Krupp-Krankenhaus notwendig werden.

  • AOK-Rheinland / Hamburg
  • Barmer (GEK)
  • IKK
  • KKH-Allianz
  • LKK

Auch wenn Sie nicht Mitglied der oben genannten Krankenkassen sein sollten, bieten wir Ihnen eine hochqualifizierte Versorgung bei Diabetischen Fußproblemen an.