Aussenarchitektur der Krankenhauskirche
Veränderungen und neue Organisationsformen haben zwar das ursprüngliche Bild vom Elisabeth-Krankenhaus Essen stark beeinträchtigt. Die Kirche aber steht nach Reparatur von Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg als geistiges Zentrum heute noch so da, wie sie gebaut und 1913 eingeweiht wurde.
Sie ist dem Krankenhauskomplex als eigenständiger, sich städtebaulich und architektonisch frei behauptender Baukörper vorgestellt, nur mit der Chor-Schmalseite eingebunden in die Stationsbauten. Ihre Orientierung verläuft über rechteckigem Grundriss mit geradem Chorschluss in Südwest-Nordost-Richtung.
Ein hohes, schönes Mansarddach bedeckt die Krankenhauskirche, bekrönt von einem zweistöckigen Dachreiter mit geschweifter Haube. Lisenen gliedern den verputzten und hell gestrichenen Baukörper ebenso wie ein hoher, doppelter Sockel, dessen oberer Abschluss erst in Höhe der Bogenansätze der vier Paar Erdgeschossfenster liegt. Darüber folgen, der inneren Jocheinteilung entsprechend, vier hohe, weite Rundbogenfenster, die ihrerseits nicht alltägliche, aber markante, abgedachte Fensterbänke haben.
Ein eigenwilliger, dreiteiliger Vorbau bestimmt die Straßenfront der Kirche: links und rechts je eine kapellenartige Auslucht mit Mansarddach und Kleeblattfensterchen, die noch ihre originalen Ziergitter zeigen. Dazwischen öffnet sich ein dreibogiger Portikus mit zwei stämmigen Rundsäulen, die leider farblich undifferenziert behandelt wurden.
Vor der Fassade: Immaculata Innerhalb dieses Portalvorbaus findet man mittig die zweiflügelige, kassettierte Rundbogentür, flankiert von zwei quergerichteten, originalvergitterten Ovalfensterchen. Über dem Vordach setzt sich die Eingangsseite in einer sehr breiten Rundbogennische fort, der eine Ellipse und darunter drei rundbogige Blenden einbeschrieben sind, die mittlere ausgenischt für eine aus Kunststein gefertigte überlebensgroße, neubarocke Muttergottesfigur mit dem Jesuskind, das einer Schlange - zum Zeichen der unbefleckten Empfängnis Mariens - den Kreuzstab in den Kopf stößt. Diese Statue stammt noch vom alten Kapuzinerkloster.
Die Fassadenmitte ist als Giebelvorbau gestaltet, beiderseits begrenzt von gequaderten Lisenen mit Voluten-Kapitellen und überhöht von einem gerahmten Dreiecks-Tympanon über der Dachtraufenlinie. In dieses Dreieck fügte der Architekt eine aufwendige Kartusche mit einem sich flach daraus erhebenden Wappenschild für das Kreuzzeichen.
