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Innenraum

Man betritt die Krankenhauskirche mittig unter einer massiven, dreiseitig umlaufenden Empore. Den gesamten Saal-Raum überspannt eine längsgerichtete Wölbtonne, die von Gurtbögen auf profilierten Konsolen gegliedert wird. Allseitig kassettierte Vierkantpfeiler tragen weitgespannte Rundbogen-Arkaden zwischen Haupt- und Seitenschiffen und quer zu diesen. Die Raumteile unter den Emporen selbst sind flachgedeckt und von einer anderthalb Meter hohen Holzvertäfelung umzogen, in die die Beichtstühle und schöne Warmluftgitter integriert sind. Der Chor ist in Breite des Mittelschiffs eingezogen und hat zwei Joche, die von einem eigenen kassettierten Tonnengewölbe überspannt sind.

Die Langhaus-Emporen setzen sich beiderseits des Chores fort, hier allerdings hinter zweigeschossig hochgeführten Pfeilern und mit jeweils doppelten Rundbogenöffnungen zum Chorhaus hin. Sie sind für besondere Gottesdienstbesucher logenartig angelegt und separat mit Flachdecken abgeschlossen.

Im Chor ist der Boden um fünf Stufen gegenüber dem Gemeinderaum angehoben. Hier steht seit der Kirchweihe 1913 der alte barocke Hochaltar aus der 1764 geweihten zweiten Klosterkirche der Franziskaner. Dieser Altar war ebenso wie die Klosterkirche der Immaculata, der „unbefleckt Empfangenen" geweiht; sie war ursprünglich im Altarbild dargestellt; zur Konsekration 1764 aber wurde sie schon durch eine Immaculata-Statue ersetzt. Die Marienstatue wird flankiert von den Figuren der Heiligen Augustinus und Bonaventura.

Altar

Ein Herzschild inmitten des Stiftswappens oben am Altar zeigt das Wappen der vorletzten Essener Fürstäbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach (1726-1776), der Erbauerin des Waisenhauses in Essen-Steele, weshalb sie als Stifterin dieses Altars gilt.

Von 1895 bis Ende der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts war die Statue der Immaculata wieder gegen ein Gemälde von Georg Goldkuhle aus Wiedenbrück (1843-1900) ausgetauscht, bevor die Barockfigur endgültig zurückkehrte.

Über dem Tabernakel sieht man das Zeichen der Gnade und Selbsthingabe, den Pelikan, der mit eigenem Blut seine Jungen speist, und zuoberst unter dem Gewölbe die Dreifaltigkeits-Symbolik: Gottvater, Gottsohn und die Geist-Taube. 

Skulpturen

Beiderseits des Mittelschiffes über den Emporenpfeilern stehen je drei weitere barocke Statuen. Es sind links St. Josef mit dem Jesuskind, St. Michael und St. Johannes Nepomuk, rechts St. Anna mit dem Marienkind, St. Barbara mit Kelch und Palmzweig und der Schutzengel mit einem Kind. Sie alle sind lebensgroß, farbig gefasst und wie der Hochaltar aus der Ausstattung der zweiten Klosterkirche aus dem 18. Jahrhundert übernommen. 

Ursprünglich waren es acht Skulpturen. Heute fehlen St. Katharina und eine Gruppe feuriger Zungen als Pfingstsymbol. Die weiblichen Figuren schuf Bildhauer Kramer aus Düsseldorf, die männlichen ein Künstler namens Türck. Stilistisch sind die Arbeiten solchen barocker Kirchen Süddeutschlands verwandt.

Seitenaltäre

Während der Hochaltar wie im Vorgängerbau die gerade Chorwand einnimmt, stehen die beiden ebenfalls älteren Seitenaltäre mit ihren geschweiften Mensa-Unterbauten in der heutigen Krankenhauskirche nicht mehr schräg links und rechts daneben, sondern beiderseits unter den Emporen an der Schnittlinie zwischen Langhaus und Chor. 

Sie waren eine Weile weiß überstrichen, sind aber zwischenzeitlich wieder in dunklen Holztönen mit hellen Kartuschen und rot marmorierten Säulen restauriert. In den Sockeln der Seitenaltäre sind auch die verglasten Nischen mit darin aufbewahrten Weihegaben wieder eingerichtet, nachdem sie zeitweise geschlossen waren.

Neubarock

Den Kapellenraum als Ganzes gestalteten die Architekten der Zeit um 1910 neubarock, damit die 150 Jahre älteren Altäre in ein angemessenes Ensemble hineingestellt werden konnten. Dementsprechend fielen die Formen des Raumschmucks aus: Schneckenkapitelle, Kassetten, Rahmungen, Deckenspiegel, Scheitelkartuschen der Bögen, Profile. Vier Durchgänge vom Chor und von den Emporen aus verbinden die kleine Kirche mit dem Krankenhaus und mit dem Klosterbereich. Alle Fenster sind ohne Buntscheiben lediglich weiß verglast, wie es einem an sich schon farbenreichen Barockraum entspricht.

Die Wappen in der Kapelle entstammen wie die Barockausstattung der Franziskaner-Klosterkirche. Ein Gedenkstein des Benediktiner-Abtes Hugo Protaeus aus Werden von 1619 wurde ebenfalls von dort übernommen.
Die Restaurationen in den beiden letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts besorgten die Essener Kirchenrestauratoren Gerd und Peter van Heekern.